Fühlen, fantasieren, glücklich sein – unser Plädoyer zum Vorlesetag

Wenn wir ehrlich sind, lassen wir uns immer noch gerne vorlesen. Erwachsenen-Hörspiele und Betthupferl-Geschichten für Kinder, die Speisekarte beim Inder, die Schlagzeilen von Spiegel Online, den Einkaufszettel bei Ikea und die Postkarte von Freunden. Warum sollte es Kindern da anders gehen? Wir liefern ihnen mit Bildern und Buchstaben das Drehbuch für die herrlichsten Geschichten in ihrem Kopf.

Allerdings wird in Deutschland viel zu wenig vorgelesen. Das sagt die Stiftung Lesen, die den 17. November zum bundesweiten Vorlesetag erklärt hat. Zumindest 15 Minuten pro Tag sollten es den Experten zufolge schon sein. Immer noch viel zu wenig, finden wir – aber ein Drittel der Eltern schafft nicht mal das. Was uns an der Statistik auch gar nicht gefällt: Fast alle Mütter lesen vor, aber nur knapp 40 Prozent der Väter. Das ist armselig in einem solch reichen Land.

Denn Vorlesen ist unendlich wichtig für unsere wissbegierigen Kinder. Wer lesen kann, entwickelt seine Vorstellungsgabe, seine Fantasie. Er kann sich konzentrieren, logisch denken und die Gefühle anderer nachempfinden. Und das Wichtigste: Lesen macht glücklich. Es gibt jedem von uns ein tiefes und befriedigendes Verständnis. Bücher sind einfach das beste Medium aller Zeiten.

Mit dem Vorlesen sollte man übrigens schon bei Kindern ab einem Alter von sechs Monaten beginnen – mit drei Jahren ist es dann schon zu spät, das zeigt sich spätestens in der Grundschule. Für Babys und Kleinkinder tun es simple Bilderbücher wie „Ein Jahr im Wald“, zu denen wir ganz automatisch in ganzen Sätzen unsere Geschichten erzählen. Zum Vorlesen braucht es also noch nicht einmal Buchstaben. Das haben wir heute bei einem Treffen mit unserem Lieblingsverlag arsEdition in Schwabing gelernt. Von dort kommen auch unsere Lieblingsbücher als Inspiration für das Christkind, den Nikolaus oder ein Geschenk einfach nur so zwischendurch. Lesen ist Leben – und kein Luxus!


„Lesen, kuscheln, träumen – Vorlesegeschichten von Isabel Abedi“


Ab 4 Jahren: Die Autorin erzählt Geschichten zum Träumen, Lachen und Trösten: vom 99. Schaf, das beim Schäfchenzählen aus der Reihe tanzt, vom Schlawatz, dem märchenhaften Traumwunscherfüller, von der blöden Ziege und der dummen Gans, die sich eigentlich doch sehr gerne haben, von Tobias, der es kaum erwarten kann, bis seine Mama von der Geschäftsreise nach Hause kommt, vom kleinen Gespenst, das sich auch mal gruselt, von der kleinen Fee und vielen mehr. Ein richtig toller Vorleseschatz für die Familie mit wunderschönen Bildern von Dagmar Henze.

„Ein Jahr im Wald“ von Emilia Dziubak

Ab 3 Jahren: Wie oben erwähnt, braucht es fürs Vorlesen keine Buchstaben. In diesem großartigen Wimmelbuch werden einfach die eigenen Erklärungen und Entdeckungen vorgelesen. Bären, Füchse, Vögel, Eichhörnchen, Hasen – im Wald leben viele Tiere. Von Januar bis Dezember zeigt jede Seite den Wald bei verschiedenem Wetter und zu verschiedenen Tageszeiten. So finden große und kleine Leser Antworten auf die Fragen: Was spielen die Tiere und wie ruhen sie sich aus? Wer schläft am Tag und wer in der Nacht? Wer mag wen? Was fressen sie am liebsten? Ein Spiel ist auch noch integriert – und stundenlange Beschäftigung garantiert.

„Linas Reise ins Land Glück“ von Martin Widmark

Ab 5 Jahren: Auch dieses Buch ist von Emilia Dziubak illustriert und lädt zum Träumen ein. Zum Einschlafen erzählt Lina dem kleinen Daniel eine märchenhafte Geschichte aus ihrer Vergangenheit: Als kleines Mädchen landet sie auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder in einer wundersamen Welt – dem Land Glück. Dort trifft sie auf sprechende Insekten und einen höflichen Käfer in Frack und mit Fliege, der sie an die wundervollsten Orte führt. Doch nicht alles ist so einfach wie es scheint… Für alle Liebhaber von „Alice im Wunderland“.

„Träum schön, bald ist Weihnachten!“

Ab 3 Jahren: Eigentlich ist das hier ein Adventskalender mit 24 traumhaften Vorlesegeschichten in der Vorweihnachtszeit. Das Besondere an diesem Buch sind nämlich die Seiten zum Aufreißen, so wird das Warten auf Weihnachten zu einem Vergnügen. Mit Illustrationen von Ruth Yo Rühmer.

„Superstarke Geschichten vom Größerwerden“

Ab 3 Jahren: Vier Bilderbuchgeschichten aus dem Kinderalltag begleiten die Kleinsten beim Großwerden. Sie erzählen von einem aufregenden Tag im Kindergarten und vom Zähneputzen mit dem Zahnputz-Drachen. Vom Streiten und Versöhnen mit Geschwistern und davon, wie schön es ist, mit anderen zu teilen. Einfühlsam erzählt von Katja Burkard, Sabine Cuno und Charlotte Habersack, und liebevoll illustriert von Andrea Hebrock, Ana-Maria Weller und Miriam Cordes.

„Hase und Holunderbär – Bärenstarke Weihnachtsgeschichten“ von Walko

Ab 6 Jahren: Hier gibt’s zwei wunderbare Weihnachtsgeschichten mit den Freunden Hase und Holunderbär in einem Band. Wie schön ist es doch in der verschneiten Hasenheide! Der kleine Hase und der Holunderbär freuen sich schon auf den Weihnachtsabend. Doch bevor sie mit ihren Freunden feiern können, gibt es noch eine Menge Abenteuer zu erleben: Dem kleinen Murmeltierjungen Manni muss geholfen werden – sein Brief an den Weihnachtsmann ist nämlich verloren gegangen. Und die Wohnhöhle des dicken Jakob wurde unter dem vielen Schnee begraben – er braucht dringend eine neue Bleibe…

„Es weihnachtet sehr!“ von Sandra Grimm

Ab 4 Jahren: In Minutengeschichten und Gedichten erzählt Sandra Grimm von weihnachtlichen Glücksmomenten und Winterwunderwelten, von vernaschten Engeln, frechen Rentieren und vom Schlittenrennen der Weihnachtswichtel. Dazwischen finden sich auch noch viele klassische Weihnachtslieder, alles liebevoll illustriert von Anna Karina Birkenstock. Für wunderbar gemütliche Vorlesestunden.